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Ausbildung Segelflug

Voraussetzungen

Wer fliegen will, muss einige gesundheitliche Voraussetzungen erfüllen.
Als wichtigstes wären hier zu nennen, eine Sehkraft von 100% sowie eine Sehschärfe von 100% (nötigenfalls mit Brille).
Diese und andere gesundheitliche Voraussetzungen werden in einer Tauglichkeitsuntersuchung von einem amtlich zugelassenen Fliegerarzt festgestellt.

Die Ausbildung zum Segelflieger kann schon ab einem Alter von 14 Jahren begonnen werden, der Luftfahrerschein wird einem allerdings erst ab 17 Jahren ausgehändigt.
Außerdem ist unter 18 Jahren noch eine Einverständniserklährung der Eltern/Erziehungsberechtigten notwendig.


Fliegerische Ausbildung // Erster Abschnitt

Die praktische Ausbildung findet am Anfang in doppelsitzigem Segelflugzeugen statt. Der Flugschüler sitzt hierbei von Anfang an auf dem vorderen Sitz (dem Haupt-Pilotensitz) genauso wie er dies auch später als verantwortlicher Luftfahrzeugführer tun wird. Der Fluglehrer sitzt auf dem zweiten Sitz dahinter und hat dort genau die selben Steuerorgane zur Verfügung wie der Schüler.
Der Fluglehrer übernimmt zu Anfang die komplette Steuerung des Flugzeuges. Er zeigt dem Schüler in einzelnen Übungen nach und nach die Funktion der einzelnen Ruder und die Techniken des Fliegens, die der Schüler dann sofort nachmachen und üben kann. Auf diese Art wird der Fluglehrer mit der Zeit immer weniger tun und immer mehr dem Schüler die Steuerung überlassen, bis dieser schließlich die volle Kontrolle der Maschine übernimmt und der Lehrer ihn nur noch mit Worten korrigiert.
Nach durchschnittlich 60 Starts, die ungefähr in einer Flugsaison durchgeführt werden können, ist es soweit: Der Fluglehrer hat schon seit geraumer Zeit nichts mehr zu tun und auch nur noch Unwesentliches zu meckern gehabt und entscheidet sich deshalb schweren Herzens dazu, dem Schüler diese mündlichen Eingriffe nur noch über das Funkgerät zukommen zu lassen. Das Schüler (genauso wie der Lehrer) bereitet sich also auf seinen großen Augenblick vor: den ersten Alleinflug.
Die ersten drei Alleinflüge bilden zusammen die sogenannte A-Prüfung, die vom Fluglehrer abgenommen wird. Mit dieser endet der erste von insgesamt drei Ausbildungsabschnitten.


Zweiter Abschnitt

Der erste Ausbildungsabschnitt umfasste hauptsächlich die Handhabung des Fluggerätes und die notwendigsten Flugmanöver.
Der zweite Abschnitt dient jetzt dazu, diese Fertigkeiten zu vertiefen, zu üben und zu erweitern, z.B. durch andere Flugmanöver oder durch das Auffinden von Aufwindfeldern, die dann längere Flugzeiten ermöglichen. Dieser zweite Ausbildungsabschnitt findet jetzt zunehmend im Alleinflug statt, also nur noch unter der Aufsicht des am Boden zuschauenden Fluglehrers, zu dem nur noch eine Funkverbindung besteht. Mitunter werden jetzt auch schon einsitzige Flugzeuge verwendet. Dieser Abschnitt endet, nachdem die B-Prüfung und die C-Prüfung bestanden wurden, die jeweils eine Erweiterung der A-Prüfung darstellen.


Dritter Abschnitt

Mit dem jetzigen Ausbildungsstand hat der Flugschüler praktisch schon alle Fertigkeiten erlangt, die er zum Steuern des Flugzeuges braucht.
Der dritte Ausbildungsabschnitt beinhaltet neben weiteren Übungsflügen auch das Erlernen von Fähigkeiten, die für den Überlandflug (Streckenflug) notwendig sind. Dies sind z.B. Navigationseinweisungen und Außenlandeübungen.
Nach Beendigung des dritten Ausbildungsabschnittes findet die endgültige Luftfahrerschein-Prüfung statt. Diese wird von einem Mitglied des Prüfungsrates abgenommen und besteht aus drei Flügen mit diesem, in denen die angeordneten Übungen durchgeführt werden müssen.
Nach Bestehen dieser Prüfung und noch einigem Papierkram wird der Luftfahrerschein ausgestellt.


Theorie // Unterricht

Während im Sommer das Fliegen im Vordergrund steht, ist es im Winter die theoretische Ausbildung (neben der obligatorischen Winterarbeit natürlich, also der Instandhaltung des Fluggerätes). Dieser Theorieunterricht findet in den Vereinen nach Theorieplan zum Wochenende statt.
Der Unterricht findet jeweils samstags und sonntags (meistens ganztägig) statt. Der Stoff ist untergliedert in die Fächer Luftrecht, Navigation, Meteorologie, Technik und Verhalten in besonderen Fällen. Außerdem findet auch noch ein Unterricht im Sprechfunk statt, da hierüber eine Prüfung im Landesverwaltungsamt Thüringen abgelegt werden muss.


Die Prüfung

Die Prüfung besteht aus Fragen nach dem Multiple-Choice-Verfahren, etwa 200 Stück an der Zahl (also ca. 40 pro Fach). An dieser Zahl erkennt man schon, dass diese Prüfung nicht ganz einfach ist.
Sie ist aber dennoch zu schaffen. Die Fragen sind allesamt einem Fragenkatalog entnommen, der mit ca. 300 Fragen pro Fach das 7 1/2 fache des Volumens der Prüfung besitzt.


Die Funkprüfung

Die Prüfung für das Sprechfunkzeugnis besteht außer einem solchen Multiple-Choice-Teil auch noch aus einem praktischen Teil, in dem der Sprechfunkverkehr beim Anflug auf einen Flughafen simuliert wird.
Die englische Version des Sprechfunkzeugnisses erfordert außerdem das übersetzen eines unbekannten Textes von deutscher in englische Sprache.


Dauer der Ausbildung

Die Dauer der Ausbildung im Vereinsbetrieb (wie hier beschrieben) beträgt je nach den äußeren Umständen (z.B: Wetter oder Beteiligung/Begabung des Schülers) durchschnittlich 2 bis 3 Jahre.
Diese Dauer kann z.T. erheblich verkürzt werden, wenn ein Teil der Ausbildung (oder auch die ganze Ausbildung) in einer Segelflugschule (z.B. Oerlinghausen oder Burg Feuerstein) absolviert wird.


Flugschule

Die Ausbildung in einer Segelflugschule gestaltet sich in geschlossenen, durchorganisierten Lehrgängen.
Hier findet jeden Tag Flugbetrieb statt, selbst wenn das Wetter mal nicht so schön sein sollte (auch Regenschauer verhindern den Flugbetrieb nicht). Die Organisation ermöglicht jedem Schüler hier bis zu 10 Starts jeden Tag.
Diese Lernmethode ist wesentlich effektiver als die Schulung im Verein, bei der der Schüler in den ständigen Pausen zwischen den Wochenenden, bei schlechtem Wetter auch mal zwei oder drei Wochen lang nicht zum Fliegen kommt und so eine Menge des eben Gelernten wieder vergisst.
Der Lehrgang bis zur Alleinflugreife dauert in einer solchen Schule meistens zwei Wochen. Der entscheidende Nachteil sind allerdings die hohen Kosten dafür. Hier muss jeder für sich allein entscheiden, ob er diese höheren Kosten nicht wenigstens für den ersten Ausbildungsabschnitt auf sich nehmen sollte, da hier immerhin Grundkenntnisse vermittelt werden, bei denen Pausen besonders ins Gewicht fallen.


Und wie geht's weiter?

Auch mit dem Erhalt des Luftfahrerscheines ist die persönliche Segelflugausbildung noch lange nicht beendet: Streckenflüge, Höhenflüge, Kunstflug und die Teilnahme am dezentralen Wettbewerb und Segelflugwettbewerben sind die nächsten Etappen.
Es besteht auch die Möglichkeit die Umschulung auf Motorsegler durchzuführen. Der Schritt zum Motorflug wird durch nach abgeschlossener Segelflugausbildung stark erleichtert.


» Kontaktdaten der Ansprechpartner
für die Segelflugausbildung finden Sie hier.