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Wissenswertes zum Ballonsport


Ballonfahrten und Ballooning

Hinter beiden Begriffen verbirgt sich die Fahrt mit einem Heißluftballon oder auch einem Gasballon.
Ja richtig, es heißt Ballonfahren (bzw. Heißluftballonfahren) und nicht Ballonfliegen. Die Piloten legen großen Wert auf die korrekte Bezeichung und strafen jeden, der sich diesem Unterschied nicht bewußt ist mit mindestens einem kleinen Schmunzeln. Viele unserer Ballonsportvereine und Einzelmitglieder bieten für Interessierte Rundfahrten an und stellen auf Wunsch auch Gutscheine für eine Ballonfahrt aus.


// Geschichte des Ballonfahrens

Die Ballonfahrtgeschichte beginnt lange vor dem Start der Montgolfiere 1783. Schon das italienische Wissenschaftsgenie Leonardo da Vinci experimentierte mit Heißluftauftrieb.
1513 ließ er heißluftgefüllte Heiligenfiguren aus Leinwand oder Papier zur Ehren der Amtseinführung von Papst Leo X. aufsteigen. Die Figuren waren quasi "Flugzeuge leichter als Luft" - im Gegensatz zu den heutigen Flugzeugen, die anders als Ballons und Zeppeline "schwerer als Luft" sind.
Andere Wissenschaftler machten ähnliche Experimente, entwarfen Theorien und zeichneten Modelle.


Die Brüder Montgolfier

Es dauerte aber bis zum Jahr 1783, ehe der erste Ballon gen Himmel stieg. Joseph Montgolfier (1740-1810) und sein Bruder Étienne Jacques (1745-1799) ließen im französischen Annonay bei Lyon am 4. Juni 1783 über dem Marktplatz einen unbemannten Heißluftballon bis zu 1.000 Meter hoch aufsteigen, der in zehn Minuten 2,5 Kilometer weit flog. Die Montgolfiers hatten als Papierfabrikanten bemerkt, dass im Rauch des Feuers Papierfetzen aufstiegen. Sie hielten nicht die Heißluft, sondern den Rauch für die Ursache des Auftriebs. Deshalb verbrannten sie Stroh und Schafswolle, um dem Ballon mit Rauch Auftrieb zu geben. Die Ballonhülle bestand aus leinenverstärktem Papier, das wenig reißfest und sehr feuergefährdet war. Der zweite Flug fand am 19. September 1783 am Hof von Versailles vor den Augen König Ludwig XVI. und seiner Frau Marie Antoinette statt. In der Gondel befanden sich ein Schaf, ein Hahn und eine Ente - die Tiere überlebten den Flug. Am 21. November 1783 schickten die Montgolfiers dann am Chateau La Muette in Versailles erstmals einen bemannten Heißluftballon in die Höhe. Zuerst wollte man Strafgefangene in die Luft schicken, doch die Pionier-Ehre gebührte dann doch Adeligen: An Bord waren schließlich François Pilatre de Rozièr und der Marquis François d'Arlandes. Beide legten neun Kilometer zurück und landeten wohlbehalten nach 25 Minuten Flug. Von der Chaliere... Jacques ChalesJacques ChalesAm 1. Dezember 1783 zog der Physikprofessor Jacques Charles (1746-1823) mit einem gummierten Seidenballon nach. Sein Ballon war mit Wasserstoff gefüllt und wurde "Charlière" genannt. Den Ballon ummantelte ein Netz, an dem ein kleines Boot hing. Mit seinem Konstruktionshelfer Nicolas-Louis Robert stieg Charles über den Tuilerien in Paris auf und legte rund 43 Kilometer zurück. Charles wusste, dass nicht der Rauch, sondern heiße Luft oder Gase den Ballon trugen. Heiße Luft, aber auch Wasserstoff und das Edelgas Helium sind leichter als Luft und steigen deshalb nach oben. Dabei können sie sogar noch Lasten transportieren. Charles hatte dieses Auftriebsprinzip verstanden. Nach einer Zwischenlandung setzte er an jenem Dezembertag die Fahrt allein fort und stieg auf eine Höhe von 2770 Meter. Sein Wasserstoffballon funktionierte hervorragend. Ein Kubikmeter Wasserstoff wiegt nur 90 Gramm und ist damit mehr als ein Kilo leichter als ein Kubikmeter Luft. Die Höhennavigation erfolgt beim Gasballon, indem zum Sinken Gas abgelassen wird und zum Steigen Ballast abgeworfen wird. Nachteil der "Charlière" war: War der Ballast einmal komplett abgeworfen, musste der Ballon landen.


... bis zum Kriegsballon

Die erste deutsche Frau in einem Ballon war Wilhelmine Reichard (1788-1848), die 1811 mit einem Ballon aufstieg. 17 Gasballonflüge machte sie. Bei ihrem dritten Flug erreichte sie eine Höhe von 7800 Metern - doch der Ballon zerriss, schwer verletzt konnte Reichard landen. Als erster Militär machte sich Napoleon Ballons zunutze. In einigen Schlachten ließ er in der Erde verankerte Ballons aufsteigen, um Schlachtfelder besser übersehen zu können. Auch im US-Bürgerkrieg (1861-1865) und im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 hatten Ballons eine militärische Bedeutung. Sie dienten der Aufklärung oder überwanden Belagerungsringe. Das belagerte Paris hatte 1870 in Ballons einen Flugpostdienst. Die im Gegensatz zu Ballons horizontal lenkbaren Zeppeline wurden im Ersten Weltkrieg (1914-1918) sogar zur Bombardierung von Kriegszielen und Städten eingesetzt. Verankerte Ballons wiederum nutzten die Briten im Zweiten Weltkrieg (1939-1945), um Tiefflugbombardements zu verhindern: Die Flieger wären sonst mit den Ballons zusammengestoßen.

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    // Disziplinen

    Gasballone

    Dezentraler Wettbewerb
    Wettbewerbsinteressierte Gasballonfahrer melden ihre beabsichtigten Leistungsfahrten beim Deutschen Freiballon-Sportverband an. Die Fahrten werden elektronisch aufgezeichnet um den Nachweis für die zeitliche Länge, die zurückgelegte Strecke oder ein aus mehr als 100 km Entfernung angepeiltes Ziel zu erreichen. Für die drei Bereiche (Dauer, Strecke und Genauigkeit) gibt es Punkte. Am Jahresende wird abgerechnet, wer die meisten Punkte hat. Es ist dabei nicht entscheidend, wie oft ein Pilot gefahren ist, sondern nur, ob bei seinen Fahrten Leistungen zustande kamen, die besser als die der anderen sind. Die drei Besten bilden die Nationalmannschaft. Gordon Bennett - das härteste Gasballonrennen der Welt Die Spielregeln sind sehr einfach. Gewonnen hat derjenige, der vom Startplatz aus gemessen die größte Entfernung mit seinem Gasballon zurücklegt (selbstverständlich ohne Zwischenlandungen). Hier geht es um Gasballonfahrten von bis zu 4 Tagen mit Strecken von etwa 3000 km. Durch den Sieger ist das Austragungsland des nächsten Wettbewerbs bestimmt.

    Gordon Bennett - das härteste Gasballonrennen der Welt
    Die Spielregeln sind sehr einfach. Gewonnen hat derjenige, der vom Startplatz aus gemessen die größte Entfernung mit seinem Gasballon zurücklegt (selbstverständlich ohne Zwischenlandungen).
    Hier geht es um Gasballonfahrten von bis zu 4 Tagen mit Strecken von etwa 3000 km. Durch den Sieger ist das Austragungsland des nächsten Wettbewerbs bestimmt.


    Heißluftballone

    Bei den Qualifikationswettbewerben zur Ranglistenführung geht es häufig um Zielgenauigkeit. Der Ballonpilot muss unter Ausnutzung der unterschiedlichen Windrichtungen in den verschiedenen Höhen ein angepeiltes Ziel möglichst genau überfahren. Als Nachweis der erbrachten Leistung wird ein kleines Sandsäckchen mit Stofffahne und eingetragener Startnummer (Marker) auf das Zielkreuz fallen gelassen. Der Wettbewerber mit der geringsten Abweichung zum Ziel bekommt 1000 Punkte für diese Leistung, alle anderen entsprechend ihrer Leistung weniger Punkte Top Piloten platzieren ihre Marker mit Abweichungen im cm-Bereich. Sieger eines Wettbewerbes ist der Teilnehmer mit der höchsten Punktzahl. Unter den Teilnehmern aus dem betreffenden Bundesland wird in gleicher Wertung der Landesmeister ermittelt.

    Die Thüringer-Wald-Weitfahrt
    Eine Besonderheit unter den Qualifikationswettbewerben stellt diese Fahrt dar. Auch dabei erhalten die Teilnehmer Punkte für die deutsche Rangliste. Hier ist es nur so, dass es bei der Aufgabenstellung nicht um Zielgenauigkeit geht, sondern um maximale Weiten. Für die weiteste Strecke gibt es ebenfalls 1000 Punkte. Erreicht wurden dabei schon Strecken von über 500 km.



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  • mit freundlicher Unterstützung der:     Image