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Wissenswertes zum Segelflug

Segelfliegen lernen - im Verein am schönsten

Auch in Thüringen hat das Segelfliegen lange Tradition. Viele unserer Segelflugvereine bieten regelmäßig Ausbildungsmaßnahmen und "Schnupperkurse" für Intressierte an.
Die Ausbildung erfolgt nach dem Ausbildungshandbuch für Segelflieger, dass Sie in unserem Downloadbereich finden. Gern vermitteln wir den Verein in Ihrer Nähe, fragen Sie uns!


// Disziplinen

1. Streckensegelflug

Der Streckensegelflug ist die hohe Kunst des Segelfliegens. Voraussetzung ist, dass der Pilot sein Flugzeug bestens beherrscht. Neben Start, Höhengewinn und Landung muss er navigieren und das Wetter richtig einschätzen können. Beim Streckensegelflug geht es entweder darum, eine möglichst große Strecke zurückzulegen oder eine gegebene Strecke in möglichst kurzer Zeit zu absolvieren – nur unter Ausnutzung der Energie, welche die Natur durch Aufwinde zur Verfügung stellt. Die möglichen Streckenlängen betragen dabei einige hundert bis zu 3000 Kilometer.

Der Streckensegelflug ist eine Herausforderung für Körper und Geist. Der Pilot muss körperlich so fit sein, dass er stundenlang mit äußerster Konzentration fliegen kann. Der Streckensegelflieger hat während eines Fluges sehr viele Entscheidungen zu treffen, zu denen er nur vage Informationen verfügbar hat: Welchen Aufwind fliegt er an? Welche Wolke sucht er sich aus? Welcher Flugweg ist für ihn der Beste? Am Ende des Tages zeigt sich, wie gut er alle Anforderungen berücksichtigen konnte und – nicht zuletzt – wie viel Glück er hatte.

Um größere Strecken fliegen zu können, werden je nach Leistungsstand des Piloten unterschiedliche Strategien genutzt.
Der vorsichtige Pilot wird jeweils die Thermik bis zur größten Höhe auskurbeln, um sich dann bei moderater Vorfluggeschwindigkeit einen neuen Aufwind zu suchen. Rekorde lassen sich mit diesem Stil sicher nicht erreichen, dafür gerät der Pilot aber auch nicht so schnell in Gefahr, sich nach einem Außenlandeplatz umsehen zu müssen. Der risikofreudige Pilot dagegen sucht nur die stärksten Aufwindgebiete und versucht, mit möglichst hohem Tempo die nächste Thermik zu erreichen. Diese Strategie birgt das Risiko der frühen Außenlandung und wird auf lange Sicht sicher auch nicht vom Erfolg gekrönt sein.
Der erfahrene Pilot nutzt eine Mischung aus den beiden vorgestellten Strategien. Dieser muss ständig das Wetter richtig einschätzen können und seinen Flugstil auf die sich ändernden Wetterverhältnisse anpassen. War bei guter Thermik ein schnelles Vorfliegen noch möglich, so muss beim Durchgleiten einer größeren Abschirmung sehr sorgfältig mit der zur Verfügung stehenden Höhe umgegangen werden.
Das Thema ist so umfassend, dass zahlreiche Bücher damit gefüllt wurden. Mit der Optimierung der Reisegeschwindigkeit beschäftigt sich die Sollfahrttheorie.

Mit einem Segelflugzeug Strecke zu fliegen, ist ein außerordentliches Abenteuer. Fremde Landschaften ziehen vorbei, und Wetterveränderungen sind zu bewältigen. Die optischen Eindrücke, beispielsweise bei einem Streckensegelflug über den Alpen, sind unvergleichlich.

Wettbewerbe
Im Streckensegelflug werden auch Wettbewerbe ausgerichtet. Bei diesen Wettbewerben geht es im Wesentlichen darum, eine vorgegebene Strecke möglichst schnell zurückzulegen.
Es gibt regionale Wettbewerbe, Landes-, Europa- und Weltmeisterschaften.
In der einfachsten Form (dem „Racing Task“) müssen die Piloten zwei oder auch mehrere „Wendepunkte“ in vorgegebener Reihenfolge anfliegen.
Gewonnen hat, wer am schnellsten wieder am Startplatz zurück ist.

Zwischen den Wendepunkten ist die Wahl des Flugwegs Sache des Piloten. Ebenso ist dem Piloten die Wahl des Abflugzeitpunktes – innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters – freigestellt, gemessen wird die Zeit vom tatsächlichen Überflug der Abfluglinie bis zur Überquerung der Ziellinie. Somit sind nebst der Beobachtung des aktuellen Wetters (und natürlich der eigentlichen Flugtechnik) auch die Einschätzung der Wetterentwicklung und taktische Überlegungen ein zentraler Bestandteil des Segelflugwettbewerbs.
Der Beweis, dass alle Wendepunkte umrundet worden sind, erfolgt heute durch einen elektronischen Logger, der die Wegdaten per GPS aufzeichnet.

Es gibt auch noch andere Formen von Aufgaben, bei fast allen geht es aber darum, eine möglichst hohe Durchschnittsgeschwindigkeit über die vorgegebene Strecke oder im vorgegebenen Zeitraum zu erreichen.

Die Aufgabe wird von der Wettbewerbsleitung jeweils am Morgen aufgrund ihrer Wettereinschätzung bestimmt. Um Zufallsergebnisse möglichst auszuschließen, erstreckt sich ein Wettbewerb über ein bis zwei Wochen. Außerdem gibt es verschiedene Segelflugzeugklassen, die getrennt bewertet werden.

Seit einigen Jahren wird auch die Wettbewerbsform des Grand Prix immer populärer. Diese Wettbewerbsform ist der Formel 1 angelehnt, denn hier fliegen alle Flugzeuge zur gleichen Zeit über die Startlinie, und der erste, der die Ziellinie überquert, gewinnt den Tag. Zusammen mit Systemen zum Live-Tracking und On-Board-Kameras wird damit vor allem die mediale Aufbereitung und Präsentation des Wettbewerbs publikumswirksam möglich.


2. Kunstflug

Im Kunstflug-Wettbewerb geht es darum, ein vorgegebenes Programm in einem Würfel von 1000 m Kantenlänge so präzise und energiesparend wie irgendmöglich zu fliegen.

Dieser Würfel, die sogenannte Box, ist aus Sicherheitsgründen um 400 m, in fortgeschrittenen Klassen um 200 m über Grund nach oben verschoben, so dass der Segelflieger sein Programm dort beenden muss. Ein Wettbewerb besteht aus mehreren Durchgängen: Bekannte Pflicht, Kür, und eine oder mehrere Unbekannte Pflichten, die vom Veranstalter erst kurz vor dem Durchgang bekanntgegeben werden und die nicht geübt werden dürfen.

Gewertet werden die Flüge ähnlich wie beim Eiskunstlauf durch Schiedsrichter, die die Ausführung der einzelnen Figuren, aber auch die allgemeine Harmonie des Programms mit Punkten bewertet.

Der Kunstflug stellt eine sinnvolle Ergänzung oder Alternative zum Streckenflug dar. Man lernt sein Fluggerät in absolut jeder Fluglage beherrschen und kann auch an thermiklosen Tagen etwas fliegerisch Sinnvolles tun, das obendrein auch eine Menge Spaß bereitet.

// Segelfluggeschichte

Als Segelflug gilt das Fliegen mit

1. Segelflugzeugen

2. Motorseglern die als Segelflugzeuge mit Klapptriebwerk zugelassen sind

3. segelflugfähigen Motorseglern oder

4. mit "ultraleichten" Segelflugzeugen.


Otto Lilienthal...

... ein deutscher Ingenieur, hat in der Nähe von Berlin seine ersten Flugmaschinen gebaut und erste kleine Flüge durchgeführt.
Die Fliegerei hat eine rasante Entwicklung genommen. Die beiden Weltkriege brachten jedesmal einen Rückschlag für die deutsche Motorfliegerei und der Segelflug war die Alternative, sich trotzdem in die Luft zu erheben.


Berühmte Segelflugwettbewerbe...

... wurden auf der Wasserkuppe durchgeführt. Die Flugleistungen, die Fluggeräte und die Technik entwickelten sich in diesen Jahren. Viele Flugschulen und Flugsportvereine bildeten Segelflieger und Motorflieger aus.
Viele Piloten betreiben die Fliegerei als Hobby, der Schritt zur Verkehrsfliegerei und zu einem anspruchsvollen Job ist keine Ausnahme.